Das Allstedter Stadtwappen

Beitrag vom 19 November 2008

Um 1500 erhielt Allstedt Stadtrecht durch Kurfürst Friedrich den Weisen von Sachsen. Wohl 1517 ist das erste Stadtwappen bezeugt.

Wappen Allstedt

Heraldisch links oder “hinten” ist auf dem gespaltenen Schild das Amtswappen der sachsischen Kurfürsten ist Schwarz über Weiß (oder Silber) angeordnet. Darüber die gekreuzten roten Schwerter als Zeichen des Erzmarschallamtes.

Heraldisch rechts oder “vorn” im Schild der halbierte Adler, im Amtserbbuch-Wappen weiß : (oder-Silber) auf rotem Grund. (Der gekrönte Doppeladler war das Symbol des römisch- deutschen Kaisers und galt als Zeichen für die Reichsfreiheit). Der halbierte Reichsadler im Allstedter Wappen steht sicher als Symbol für die ehemalige Reichszugehörigkeit des einstmals bedeutenden Pfalzortes. Da das Wappen der ehemaligen Pfalz Sachsen ( Im berühmten “Sachsenspiegel”, einem der bedeutendsten Rechtsbücher des Mittelalters aus der erste Hälfte des 13.Jahrhunderts, wird Allstedt als eine von den fünf Pfalzen in Sachsen genannt, an denen der König “echten Hof” hielt.) einen goldenen Adler auf blauem Grund zeigt, dürfte für das Allstedter Wappen diese Farbgebung ebenfalls in Betracht kommen und historisch und heraldisch abgeleitet richtiger und weniger anfechtbar sein.

Wappenhalter ist ein sog. “Wilder Mann” : nach altem deutschen und slawischen Volksglauben ein tiermenschlicher Waldgeist mit dichtbehaartem Fell-oder Mooskleid. Im 15. Jahrhundert waren Wildeleutemaskeraden- und -spiele beliebt. Als Schildhalter von großen Wappen, aber auch als Einzelfiguren in kleinen Wappen kommen sie vielfach mit und ohne Keulen vor.

Quellen / Autoren / Verweisende Literatur:

Unterhaltsame Wappenkunde, H. Machtcheck, Verlag Neues Leben, Berlin 1981, S. 222 Lexikon Heraldik, G. Oswald, Bibliografisches Institut Leipzig, 1984, S. 378

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Thomas Münzer

Beitrag vom 17 November 2008

Über sein Geburtsdatum ist keine restlose Klarheit vorhanden. Wahrscheinlich wurde er am 20. oder 21. Dezember 1498 in Stolberg geboren, wo er auch die ersten Schuljahre abgeleistet haben wird. Sein Vater soll ein angesehener Bürger gewesen sein, seine Mutter hatte mehrere Geistliche als Verwandte. Die Eltern sind von Stolberg nach Quedlinburg gezogen, wo Münzer höhere Schulklassen besucht hat.

Er ließ sich in Leipzig immatrikulieren . 1512 ging er für kurze Zeit nach Frankfurt a. O. Als Geistlicher musste er sehen, wie er sich sein Brot verdienen konnte. In Halberstadt hatte er eine Meßpründe, in Halle war er geistlicher Lehrer am Gymnasium, in Frohsa bei Aschersleben Probst des Nonnenklosters und im Kloster Beutwitz Beichtvater.

In seiner Freizeit las er nicht nur die Schriften Luthers, seiner Anhänger und Gegner, sondern auch die der Kirchenväter, die Akten der Reformkonzilien, antike Klassiker wie Plato und Plinius und immer wieder die Bibel. Später kannte er sie zum großen Teil auswendig. Um ihretwillen trieb er Griechisch und Hebräisch. Er war damals unzweifelhaft einer der gelehrtesten, fleißigsten und geistig regsamsten Kleriker Norddeutschlands. Sehr zeitig hatte er den Grad eines Doktors erworben.

1519 lernte er in Leipzig Dr. Martin Luther kennen, der ihn der Stadt Zwickau als Prediger empfahl, da er einen guten Eindruck von ihm gewonnen hatte. 1520 wurde nach Zwickau berufen, wo er als erster Pfarrer wirkte. 1521 jedoch musste er die Stadt wieder verlassen, weil er die schwärmerische Sekte der Wiedertäufer unter Niklas Storch verteidigte. Er ging nach Prag. Sein Aufenthalt währte auch hier nicht lange, er mußte auf Grund seiner Predigten fliehen. Er tauchte im Vogtland auf. 1522 weilte er mehrere Monate in Nordhausen. Er nennt sich “nuntius Christi”, d.h. “Apostel Christi”. Ostern 1523 wurde versuchsweise als Pfarrer in Allstedt angenommen. Diese kleine Stadt wurde eine entscheidende Bastion in Münzers Leben. Hier heiratete er Ottilie von Gersen, eine entlaufene Nonne, die ihm 1524 einen Sohn gebar.

Seine Stellung zu Luther und zu den Fürsten, vor allem zu dem Herzog Johann von Weimar (dem Bruder des Kurfürsten Friedrich des Weisen) bewog ihn, in der Nacht vom 7. zum 8. August heimlich über die Stadtmauer zu steigen und nach der damaligen Reichshauptstadt zu fliehen. Nur einen Monat wirkte Münzer in dieser Stadt, wo er mit dem Revolutionär Pfeiffer einen gefährlichen Aufstand gegen den Rat und den Klerus entfachte. Am 27. September 1524 entfloh er mit Pfeiffer nach Nürnberg. Er wurde jedoch auf Grund einer Anschuldigung Luthers nicht aufgenommen. Er durchstreift nun Elsaß, den Klettgau, den Hegau, den Schwarzwald, die Bodenseegegend und die deutsch-schweizerischen Grenzgebiete. Er tauchte im Volk unter und war trotzdem der Mittelpunkt der schwelenden revolutionären Bauernbewegung von Süddeutschland. Anfang des Jahres 1525 finden wir ihn wieder in Mühlhausen, wohin er von treuen Anhängern zurückgefufen worden war. Als Heerführer eines Bauernhaufen von ca.8000 Mann wurde er bei Frankenhausen isoliert und vernichtend geschlagen. Verwundet hatte sich Münzer in der Stadt versteckt, war aber entdeckt worden. An Ort und Stelle fand eine furchtbare Folter statt. Darauf hin wurde er seinen ärgsten Feind, dem Grafen Ernst von Mansfeld, nach Heldrungen ausgeliefert. Bis zu seiner Unkenntlichkeit zermartert, wurde er angekleidet, und bei einem Festmahl der Herren ließ man seine Lehrern widerrufen. Am 27. Mai wurde Münzer zusammen mit Pfeiffer im Fürstenlager zu G?rmar bei Mühlhausen enthauptet.

Autor: Kurt Knobloch

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Beitrag vom 9 September 2008

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